Bulli-Brüder

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Der Volkswagen California ist der Inbegriff des Campingbusses. Doch inzwischen gibt es viele Alternativen, die einen Vergleich nicht scheuen müssen. Neun Ausbau-Varianten im Überblick – von Bulli “light” bis luxuriös.


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Volkswagen Nutzfahrzeuge

Von Christian Frahm

Dienstag, 26.06.2018  
04:29 Uhr

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Was sich bei Klebefilmen als Tesa und bei Papiertaschentüchern als Tempo etabliert hat, ist beim Bulli der VW California – der Campingbus schlechthin. Inzwischen gibt es allerdings zahlreiche Alternativen anderer Fahrzeughersteller, die oft kostengünstiger und nicht unbedingt schlechter sind. Wer dennoch nicht auf die T-Baureihe von VW verzichten will, findet auch auf Bulli-Basis ein breites Angebot an Ausbau-Alternativen.

Denn die Nachfrage im Reisemobil-Segment ist ungebrochen hoch. 2017 war laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) mit 63.264 neu zugelassenen Freizeitfahrzeugen und einem Gesamtumsatz von 10,3 Milliarden Euro das siebte Rekordjahr in Folge. Auch die Anzahl an Anbietern steigt derzeit stetig – insbesondere bei den kompakten Campern bis fünf Meter Länge. Viele Hersteller bieten günstigere Alternativen zum T6 California von VW an und setzen dabei auf einfachere, aber nicht unbedingt weniger gebrauchsfähige Ausbaulösungen.

Für Puristen – Der Flowcamper

Ein Beispiel ist der Flowcamper des Ausbauers Vanufaktur aus Hagen. Einfach, bescheiden und auf das wesentliche konzentriert – nach diesem Vorsatz wurde der Flowcamper konzipiert. “Jedes Fahrzeug ist ein Unikat, das sich vom seelenlosen Einheitsbrei unterscheidet”, sagt Martin Hemp von der Vanufaktur. “Wir finden, es sollte sich jeder einen Camper leisten können. Deshalb haben wir uns eine Menge Gedanken gemacht und uns auf das konzentriert, was man auf einer Reise wirklich benötigt.”

Alle Flowcamper werden in Hagen per Hand von zwölf Mitarbeitern ausgebaut und zu Preisen ab 39.000 Euro verkauft (mit Hubdach ab 44.000 Euro). Zum Vergleich: Die günstigste Variante von VW mit Küchenblock und Klappdach in der Ausstattungslinie Coast beginnt bei rund 52.700 Euro. Möglich wird der günstigere Preis laut Flowcamper durch die Minimierung von Aufwand in Vertrieb, Logistik und Fertigung, sowie in der Konzentration auf wesentliche Einrichtung. Den Flowcamper gibt es daher ausschließlich auf Basis des Volkswagen T6 mit kurzem Radstand, in drei vorkonfigurierten Modellen und in zwei Außenfarben.

Volkswagen Nutzfahrzeuge

Flow Camper

Dafür bietet er einen charmant gestalteten Innenraum mit praktischen Möbeln aus Echtholz, die mit Tafellack lackiert sind und sich nach Geschmack mit Kreide-Motiven verzieren lassen. Sogar der Boden ist mit Echtholz verkleidet und macht den Wohnraum zu einem gemütlichen Camping-Domizil. Die Wände sind mit hellgrauem Stoff bezogen, im Kofferraum lässt sich das Gepäck einfach in Kisten unter der Sitzbank verstauen. Nachteil des verhältnismäßig günstigen Preises ist die schmale Sonderausstattungsliste. Wer mag, kann statt der grauen Filzverkleidung auch Echtholzpanele, eine Zweifarblackierung oder noch eine Ambientebeleuchtung in Form einer LED-Lichtleiste ordern – das war’s dann aber auch schon.

Für Gelegenheitscamper – Die Ququq-Campingbox

Wer es noch sparsamer und flexibler mag, der wird beim Hersteller Ququq aus Nordrhein-Westfalen fündig. Ququq bietet die sogenannte Bus-Box mit Kocherschublade, Wassertanks für 20 Liter Frischwasser sowie Doppelbett inklusive einer dreigeteilten Kaltschaummatratze. Praktisch in einer großen Kiste verstaut, ist die Küche in wenigen Sekunden einsatzbereit und das bequeme Bett mit einem Handgriff ausgeklappt, wodurch eine Liegefläche von 1,34 Meter mal 1,95 Meter entsteht.

Zudem ist das Camping-Modul sehr kompakt. Zusammengeklappt misst die Box 1,15 Meter in der Breite und 0,75 Meter in der Höhe. Befestigt wird die Ququq-Box mit den mitgelieferten Spanngurten. Ist der Campingurlaub vorbei, kann die Kiste einfach bis zum nächsten Trip in Keller oder Garage verstaut werden. Die Campingbox für den Bulli gibt es ab 2790 Euro.

Für Individualisten – Der Multicamper

Doch es geht auch in die andere Richtung auf der Preisskala. Der Ausbauer Multicamper bietet individualisierte Offroad-Bullis an, die ganz auf die Bedürfnisse und Einsatzgebiete des Kunden abgestimmt sind. Egal, ob Nylon-Seilwinde, Induktionsherd oder individuell gestaltete Schrank- und Küchenzeile – Multicamper erfüllt nahezu jeden Wunsch. Dafür kosten die Campingmobile dann auch schnell mal um die 150.000 Euro. Neuester Schrei des Baden-Württembergischen Herstellers ist übrigens das Modell “Nature”, ein Bulli, der ganz auf Nachhaltigkeit getrimmt ist. So bestehen Innenverkleidung, Wärmeisolierung und Vorhänge aus reiner Schafwolle, der Bodenbelag aus Bio-Kork und die Oberflächen aus biologischem Erlenholz sind allesamt mit allergikerfreundlichen Naturölen behandelt.

Video: Abenteuer Wohnmobil


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NDR

Welche Ausbau-Varianten es darüber hinaus noch gibt, sehen Sie in der folgenden Bildergalerie:

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Campingbusse:
Alternativen zum VW-Bulli

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